Die richtigen Bodenbeläge für die Immobilie finden

Was müssen sie nicht alles aushalten. Tobende Kinder, schwere Möbel, Stühle die in Position gerückt werden und Haustiere gehören ebenso dazu wie Stöckelabsätze und unabsichtlich verschüttete Flüssigkeiten. Bodenbeläge erschaffen eine Wohlfühloase in der Wohnung und sind der sichtbare Ausdruck der eigenen Individualität. In der heutigen Zeit werden fließende Übergänge der Zimmer bevorzugt. Dabei wechseln die Bodenbeläge nicht nur ihre Farbe sondern auch ihr Material. Bei der Vielzahl der angebotenen Fußbodenbeläge bleiben keine Wünsche unerfüllt.

Unterschiedliche Materialien für Bodenbeläge

  • Kork

Nachhaltiger kann ein Naturprodukt nicht sein. Der Kork, der für Bodenbelege verwendet wird, stammt von der Korkeiche. Im Gegensatz zu Holz wird der Bau nicht gefällt, weil ausschließlich die Rinde des Baumes abgetragen wird. Korkböden sind sehr elastisch und federnd.  Bodenbeläge aus Kork sind leicht zu pflegen und werden auch von Allergikern gerne gekauft. Wurden in früheren Zeiten die Korkböden verklebt, verkauft sie der Handel heute mit einem Klicksystem. Gewachst oder geölt lässt sich der Korkboden hervorragend schützen und behält dabei sein natürliches Aussehen.

  • Massivholz

Holzfußböden waren in früherer Zeit der Standard. Wer sich schon einmal in Altbauten umgesehen hat, wird sich an die rote Farbe der Dielenbretter erinnern, die Ochsenblut genannt wird. Mit einer Walzenschleifmaschine und einem Randschleifer ist das Ochsenblut in wenigen Stunden abgeschliffen. Dadurch wird der Raum optisch zu einem Highlight. Der Vorteil von Massivholzböden ist der nachwachsende Rohstoff Holz und der niedrige Energieaufwand bei der Herstellung.

Die Massivholzböden werden heutzutage vollflächig verklebt oder mit Klammern und später nicht mehr sichtbaren Schrauben befestigt. Wer noch die Dielen aus der alten Zeit kennt, wird sich daran erinnern, dass von Zeit zu Zeit mal ein Nagel wieder eingeschlagen werden musste, weil er aus dem Holz herausragte. Pflegende Bodenöle auf dem Holz sorgen für Schutz gegen eindringenden Schmutz und gegen Nässe. Gut für die Umwelt ist es auf heimische Hölzer zu vertrauen, spart Transportkosten und Co².

  • Fertigparkett

Fertigparkett oder auch Mehrschicht-Parkett besteht aus Weichholz, auf dem ein Hartholzfurnier aufgebracht wurde. Die Dicke der Zweischichtstäbe beträgt in der Regel 10-11mm. Das 3-Schicht-Parkett enthält zusätzlich einen Gegenzug aus Holz oder Holzverbundstoffen, der den Boden wesentlich stabiler macht. Parkettbretter werden entweder mit einem Klick-System oder mit Nut und Feder verarbeitet. Wenn der Parkettboden lackiert wurde, ist er sehr pflegeleicht und besitzt seinen eigenen Charme. Fertigparkett gibt es in unterschiedlichen einheimischen Holzarten wie Nussbaum, Esche und Eiche. Aber auch mediterrane Holzarten stehen zur Wahl wie Zedern- oder Olivenholz.

  • Fliesen

Bedingt durch das Material sind Fliesenböden sehr kühl. Was für den mediterranen Raum ideal ist, weil es dort sehr heiß wird, kann in unseren Breiten durch eine Fußbodenheizung ausgeglichen werden. Fliesen gibt es großformatig mit strukturierten Oberflächen, genauso wie glatt und hellglänzend in allen erdenklichen Farben. Glatte Oberflächen lassen sich besser reinigen als strukturierte Flächen. Daher kommen sie vielfach in Feuchträumen zum Einsatz, wie Badezimmer oder Toilette. Mit einem Staubsauger oder einem Wischmob sind sie spielend leicht zu reinigen. Auch für den Küchenboden sind Fliesen zu empfehlen, da dort beim Kochen auch mal was danebengeht oder überkocht.

Da beim Fliesenlegen Spezialwerkzeuge zum Einsatz kommen, z.B. um die Löcher für die Steckdosen in die Fliese zu bekommen und ähnliches, ist handwerkliches Geschick gefragt. “Welcher Kleber für welche Fliesenart kommt in Frage?”, wäre auch eine zu beantwortende Frage für den ambitionierten Handwerker. Da es beim Fliesenlegen um akkurates Arbeiten geht, käme da eventuell auch ein professioneller Fliesenleger in Frage.

  • Vinyl

Der Hauptbestandteil eines Vinylbodens ist der Kunststoff Polyvinylchlorid, abgekürzt PVC. Vinylböden gibt es Klick-Fliesen, zum Beispiel auf der Terrasse, als quadratische Fliesen für den Innenraum oder in verschiedenen Breiten direkt von der Rolle. Die Auswahl der Dekore ist unerschöpflich und reicht über Marmor- Beton und Schieferoptik bis zu einer bunten Blumenwiese. Ob Karo- oder Streifenmotiv, alles gibt es auch in PVC. Die früheren Bedenken, dass PVC gesundheitsgefährdende Weichmacher enthält, sind heute nicht mehr tragbar. Die Vinylböden sind resistent gegen Wasser, lassen sich leicht reinigen und finden ihren Platz in Küche oder Bad.

  • Laminat

Einer der beliebtesten Bodenbeläge ist das Laminat. Es besteht nur in der unteren Trägerschicht aus Holz und kann somit nicht abgeschliffen werden. Laminat imitiert Buchen-, Eichen- oder Ahornholz genauso wie Stein, Kork oder Schiefer. Die Nachbildungen der Wirklichkeit sind stimmig bis ins letzte Detail. Der Vorteil von Laminat liegt in der einfachen Verlegung großer Platten. Das Standardformat beträgt 1285 x 192 mm. Die einzelnen Platten sind in den Stärken von 7 bis 10 mm erhältlich.

Für ein Kinderzimmer wird eine Stärke von 8 mm empfohlen, für wenig frequentierte Räume wie das Schlafzimmer eine Stärke von 6 mm. Bei der Verlegung von Laminat ist darauf zu achten, dass eine vollflächig verlegte Dampfbremse und eine Trittschalldämmung verbaut werden. Die Trittschalldämmung ist in der Regel aus PE-Schaumfolie, Kork oder Filz gefertigt und gewährleistet den Frieden unter den Nachbarn. Laminat darf nur nebelfeucht gewischt werden, da es sonst aufquellen kann.

  • Teppich

Teppichböden kommen einfach nicht aus der Mode. Auf hochflorigen Teppichen zu Laufen ist angenehm weich. Teppichboden wärmt den Raum und hat eine schalldämpfende Wirkung. Je dichter der Flor umso energiesparender ist der Teppichboden. Die gefühlte Raumtemperatur steigt mit einem verlegten Teppichboden auf circa zwei Grad. Auslegware aus Naturmaterialien wie Sisal, Kokos und Wolle haben sich schon seit Jahrhunderten erfolgreich bewährt. Synthetische Materialien wie Nylon, Polyester oder Polypropylen runden das Angebot ab. Teppichböden werden in Kinderzimmern verlegt wegen ihrer schalldämpfenden Wirkung und kommen ins Schlafzimmer, damit die nackten Füße beim Zubettgehen gewärmt werden. Im Wohnbereich und Essbereich erfüllt er seinen Zweck, der Behaglichkeit zu dienen.

Die Teppichboden-Rücken bestehen meist aus Kunststoff, Latex oder Jute. Falls der Teppichboden doch zum Verrutschen neigt, sind entsprechende gummierte Anti-Rutschmatten die erste Wahl.

7 Gütesiegel für Bodenbeläge

Meistens sind die Inhaltsstoffe der bei uns angebotenen Bodenbeläge gut nachprüfbar. Aber Formulierungen wie schadstoffgeprüft sagt nichts darüber aus, ob sich Schadstoffe in dem Material befinden. Ob die Produkte ökologisch und gesundheitlich unbedenklich sind, darüber geben Gütesiegel Auskunft. Vielleicht helfen sie bei der Kaufentscheidung.

  • Blauer Engel

Das Umweltzeichen zertifiziert Bodenbeläge, Bodenverlegewerkstoffe, wie Kleber und vieles mehr. Das Bundesumweltamt vergibt den Blauen Engel. Alle Produkte, die den Blauen Engel bekommen haben sind auf der Webseite www.blauer-engel.de aufgelistet

  • Institut für Baubiologie Rosenheim (IBR)

Das Institut zertifiziert Bodenbeläge und Bodenverlegewerkstoffe (z.B. Kleber) unter dem Aspekt der Wohngesundheit

  • PEFC-Siegel

Holz und Holzprodukte, die dieses Siegel tragen stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft. Der Deutsche Forst-Zertifizierungsrat vergibt dieses Label.

  • Korklogo

Der Deutsche Korkverband e.V. vergibt das Korklogo jeweils für ein Jahr. Die Prüfmethode basiert auf DIN EN 16516. Doch im Sinne des Vorsorgeprinzips sind einige Parameter strenger gefasst.

  • Natureplus

Natureplus ist ein Umweltsiegel, das für die Einhaltung ökologischer, sozialer und ökonomischer Kriterien steht. Seit dem Jahr 2002 werden Naturbaustoffe und andere Produkte aus den Bereichen Bauen und Wohnen zertifiziert. Bodenbeläge, die von Naturplus schon zertifiziert wurden, können auf der Webseite www.natureplus.org abgerufen werden. Auf der Seite werden auch die Prüfungsbedingungen erläutert.

  • GuT-Label

Der Verein heißt Gemeinschaft umweltfreundlicher Teppichboden und kennzeichnet geruchsneutrale und schadstofffreie Teppiche. Wer dieses Label schon trägt und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind kann man unter der Webseite www.gut-prodis.eu abrufen.

  • Emicode-Siegel

Das Siegel steht für schadstoffarme Produkte wie Grundierungen, Kleber, Spachtelmassen u.a. Es gibt drei verschiedene Stufen dieses Siegels

  • Emicode EC 1 plus, Exklusivklasse ( sehr emissionsarm)
  • Emicode EC 1 ( sehr emissionsarm)
  • Emicode EC 1 (emissionsarm)

 

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