Quereinstieg in die Immobilienbranche – so kann es gelingen

Die Immobilienbranche gilt als lukrativer Markt für Anleger und Selbstständige. Um als Makler arbeiten zu dürfen, bedarf es grundsätzlich wenig. Erfolgreich in der Immobilienbranche zu arbeiten, erfordert aber einige Kenntnisse und Fähigkeiten.

Immobilienbranche bietet facettenreiche Aufgaben

Mit dem Oberbegriff Immobilienbranche verbinden viele vor allem den Handel mit Grundstücken und Bauten oder Vermietungen und Verpachtungen. Tatsächlich zählen aber sehr viel mehr Bereiche dazu, was den Quereinstieg für Interessierte überhaupt erst ermöglicht.

Im weitesten Sinne zählen alle handwerklichen Fachrichtungen zur Immobilienbranche, weiter geht es über Versicherungen, Finanzierungen, Wohnungsgesellschaften, Makler und Verpächter von Rechten an Gewässern und Land-/ Forstwirtschaft. Entsprechend sind die Aufgaben sehr vielseitig und Interessierte Quereinsteiger haben gute Chancen, aufbauend auf ihren Beruf, in dem Sektor Fuß zu fassen.

Mit einer Weiterbildung zu Themen rund um Immobilien können Handwerker, Kaufleute oder Fachkräfte aus anderen passenden Berufsfeldern, sich Spezialkenntnisse aneignen, die für eine erfolgreiche Arbeit in der Immobilienbranche erforderlich sind oder auch zu bestimmten Tätigkeiten berechtigen (Gutachter, Sachverständige o.ä.).

Folgende Arbeitsgebiete gibt es in der Immobilienbranche:

  • Handel mit Grundstücken und Immobilien
  • Vermietung und Verpachtung
  • Verwaltung von Immobilien
  • Wartung, Instandsetzung
  • Finanzierung und Versicherung
  • Denkmalschutz und -pflege
  • Planung und Schaffung einer Infrastruktur (Erschließung von Bauland)
  • Kommunale Immobilienwirtschaft und sozialer Wohnungsbau

Quereinstieg – diese Berufsgruppen haben es am leichtesten

Immobilienwirtschaft ist mit vielen gesetzlichen Regelungen belegt, daher fällt es Fachkräften aus Wirtschaft und Verwaltung am leichtesten, einen Einstieg in die Branche zu finden. Grundsätzlich müssen sich Makler beispielsweise nur registrieren und einen gewissen Weiterbildungsstand nachweisen, um aktiv werden zu können. Die Erlaubnis wird nur selten verwehrt, wenn es gravierende Gründe die dagegensprechen (Vorstrafenregister oder fehlende Eignung aus anderen Gründen). Bürokratie sollte für Interessenten kein rotes Tuch sein, wenn sie sich für eine Karriere in diesem Metier entscheiden.

Handwerker sind vor allem als Gutachter gefragt und können Kaufinteressenten vor dem Kauf beraten, indem sie den Sanierungsbedarf feststellen oder Zustandserhebungen für die Wertbestimmungen vornehmen. Auch das Facility Management mit Aufträgen aus Wartung und Instandsetzung ist bei Handwerkern in den besten Händen. Wer keinen beruflichen Background hat, kann auch diverse Helfertätigkeiten übernehmen, die vom Installieren von Brandmeldern bis zum Ablesen von Zählerständen reichen.

Diese Kenntnisse sind gefragt

Abgesehen von einer gewissen Kommunikationsstärke, die in jedem Aufgabengebiet von Vorteil ist, sollten Interessierte bereits gute Computerkenntnisse mitbringen. Auch wenn die gängigen Softwareanwendungen vielleicht noch nicht bekannt sind, können Quereinsteiger ohne Affinität zur EDV kaum noch in der Immobilienwirtschaft Fuß fassen. Der Kundenkontakt via Mail muss ebenso bearbeitet werden, wie es gilt Tabellen zu führen, Werte einzutragen oder Berechnungen vorzunehmen. Je nach gewähltem Bereich müssen sogar Webseiten selbst gepflegt und Exposés erstellt werden können. Grundlegende Kenntnisse in den Office-Programmen und im Umgang mit dem Internet sind daher unabdingbar.

Die Rhetorik profitiert auch von Fremdsprachenkenntnissen. Kunden aus dem Ausland oder bei Tätigkeit im Ausland, ist es hilfreich, ohne Übersetzer mit Geschäftspartnern und Kunden verhandeln oder den Inhalt von Vertragsunterlagen selbst verstehen zu können.

Rechtliche Kenntnisse sind je nach Arbeitsschwerpunkt ebenfalls sehr relevant. Gerade das Mietrecht ist für viele bedeutsam und wird regelmäßig aufgrund von Grundsatzurteilen verändert oder in unklaren Fragen näher erläutert. Rechte und Pflichten der jeweiligen Parteien zu kennen, ist daher ebenso wichtig wie das Wissen um Abrechnungsfristen, Verjährungszeiten usw.

Mathematische Kenntnisse sind in allen Aufgabenbereichen gefragt. Sei es das Berechnen von Flächen oder die Zinsformel, die für Kredite herangezogen wird. Ohne nötiges Gefühl für Zahlen, Mengen und Freude an Berechnungen wird es schwer.

Umwelt, Klima, Energie und Nachhaltigkeit sind Themen die Verbraucher bewegen und auch vor der Thematik Immobilien nicht Halt machen. Bauherren, Mieter oder Käufer wollen in ihrem Immobilienfachmann einen kompetenten Berater zu Materialien, Spartipps und Förderungsmöglichkeiten finden. Es ist selbstverständlich, dass hier schon aufgrund neuer Entwicklungen ein kontinuierlicher Weiterbildungsbedarf besteht.

Persönliche Voraussetzungen für die erfolgreiche Arbeit in der Immobilienbranche

Kunden und Geschäftspartner wissen, dass mit Verkaufstrainings und Coaching die Mitarbeiter in der Immobilienbranche viel Theorie vermittelt bekommen. Doch wer nicht auch Charisma und Authentizität mitbringt, wird es trotz eines guten Wissenstandes schwer haben, erfolgreich zu sein. Je glaubhafter Immobilienmakler, Handwerker oder Sachverständiger wirken, desto eher sind Kunden bereit, sie weiterzuempfehlen. Bekanntlich ist Empfehlungsmarketing die nachhaltigste Form von Marketing, daher sollte das Ziel immer sein, Kunden gut zu beraten und auf eventuelle Probleme hinzuweisen.

Mobilität und eine gewisse zeitliche Flexibilität ist ebenfalls günstig für die Arbeit in der Branche. Eigentümerversammlungen oder Wohnungsbesichtigungen sind ggf. zu Zeiten, in denen andere Menschen Feierabend haben. Gerade für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist diese Branche daher nur bedingt geeignet.

Menschenkenntnis ist hilfreich, wenn es gilt, Vermieter und Mieter zusammenzubringen. Zwar entscheidet am Ende der Eigentümer, wem er seine Immobilie überlässt, aber er ist natürlich dankbar, wenn er in dem Wohnungsverwalter oder Makler einen aufmerksamen Geschäftspartner hat, der ihn ggf. auf Unstimmigkeiten hinweist und vor Fehlentscheidungen bewahrt.

Letztendlich entscheiden Sympathien über erfolgreiche Verträge. Daher müssen die Mitarbeiter im Immobilienbereich es beherrschen sich auf Augenhöhe zu jedem Geschäftspartner zu begeben und sie zu gewinnen. Oft suchen sich Makler ihren Kundenkreis nach der eigenen Lebenseinstellung oder Werten aus. Wer sich gern auf gehobenem Level bewegt und elegant kleidet, wird sich auf Luxusimmobilien orientieren, der Familienvater, dem die Erhalt der Umwelt wichtig ist, bedient Familien die nachhaltig bauen möchten oder arbeitet mit Land- und Forstwirten zusammen. Nicht jeder möchte in kurzer Zeit viel Geld machen. Vielen Interessierten liegt der Erhalt alter Bauten, die architektonische Gestaltung der Stadt oder auch das Miteinander von Mensch und Natur am Herzen, entsprechend werden sie sich Aufgaben in der Immobilienbranche suchen, die es ermöglichen, eigene Werte mit der Arbeit zu verbinden.

Um international erfolgreich zu sein oder Partnern unserer multikulturellen Gesellschaft zu begegnen, ist es hilfreich sich mit interkulturellen Unterschieden zu beschäftigen und sich auf die Besonderheiten der jeweiligen Kulturen oder Religionen einzulassen. Dies gilt für den Umgang mit Kunden ebenso wie für das Geschäftsessen mit Partnern.

Fazit:

Die Immobilienbranche bietet sehr gute Karrierechancen. Quereinsteiger können auf vorhandene Kenntnisse aufbauen oder auch komplett neu einsteigen. Mit dem Willen zur Weiterbildung kann jeder sich sein Fachwissen aneignen und erfolgreich in der Immobilienbranche arbeiten. Vom Hausmeisterdienst bis zum Management bietet jede Ebene spannende Aufgaben, so dass Handwerker genauso gefragt sind, wie Finanzfachleute oder Anwälte.

Bildquelle: Pixabay-User:in Schluesseldienst

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